Und wieder müssen Kommunen ein Gesetz umsetzen, das alle Beteiligten fordert, nicht zuletzt, weil das ausgebildete Personal fehlt. Gerade kämpfen Eltern, Einrichtungen und Verwaltungen noch mit dem Gute-Kita-Gesetz schon kommt die nächste Hürde. Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Grundsätzlich finden wir es richtig und wichtig, dieses Angebot der Ganztagsbetreuung zu haben. Er verschafft den Eltern, die diese festen Betreuungszeiten brauchen Verlässlichkeit.
Die Umsetzung in Ingelheim, wie es der Beschlussvorschlag vorsieht, schafft Zwang für alle, die ein anderes flexibles Betreuungsangebot wollen.
Tatsächlich sind wir verwundert, wie starr unsere Stadtverwaltung sich dieses Themas annimmt. Während andere Städte wie Bingen die Betreuende Grundschule sogar weiter ausbauen wollen, wird bei uns die Betreuende Grundschule lediglich freitags angeboten. Flexibilität bei der Nachmittagsbetreuung ist an der Pestalozzi-Schule oder der Heidesheimer Grundschule nicht mehr möglich. Wir hätten uns ein gemeinsames Suchen nach Alternativen mit allen Beteiligten gewünscht, bevor ein solcher Grundsatzbeschluss gefasst wird.
In einer Stadt, die mehr Bürgerbeteiligung möchte, bleibt diese in diesem Fall auf der Strecke.
Wir sind mit der Vorgehensweise insgesamt nicht einverstanden und werden auch heute der Beschlussvorlage nicht zustimmen.
Fachkräftemangel erschwert Umsetzung neuer Ganztagsbetreuung - Ganztagsangebot sinnvoll, aber zu unflexibel umgesetzt - Kritik an fehlender Bürgerbeteiligung und starrer Verwaltung - Ablehnung der Beschlussvorlage durch die Fraktion
Beteiligungsmodelle in der Stadt
Satz 1 des Beschlusses ist selbstredend und Teil unseres Selbstverständnisses, den wir gerne bekräftigen. 2 und 3 klingen nach zusätzlichem Arbeitsaufwand für die Verwaltung und nach zeitintensiven Workshops für Ehrenamtliche.
Eine Initiative aus Frei-Weinheim hat die Diskussion um die Einrichtung von Ortsbeiräten angestoßen, die wir unterstützen. Ortsvorsteher und Ortsbeiräte haben einen direkten Draht zur Bevölkerung. Viele Fragen und Anliegen können hier auf direktem Weg erledigt oder an die entsprechenden Stellen in der Verwaltung weitergegeben werden.
Ob Ortsvorsteher/in oder Ortsbeiräte aber in allen zu bildenden Ortsteilen von den Bürgerinnen und Bürgern erwünscht sind und getragen werden, sollten diese selbst entscheiden. Experten, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft und Fraktionen würden die Bürgerbeteiligung sozusagen „von oben nach unten“ bestimmen.
Die Bürgerinnen und Bürger sollen das selbst entscheiden. Daher regen wir dazu einen Bürgerentscheid an.