Heiße Städte, neue Wege
Wie können Städte mit zunehmender Hitze, Starkregen und den Folgen des Klimawandels umgehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Sandra McKenzie und Sybille Vogt bei ihrem Besuch der Ausstellung und des Vortrags „Too Hot – Heiße Städte – Kühle Lösungen. Landschaftsarchitektur, Klima und Gesundheit im Dialog“.
Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll: Es gibt bereits heute zahlreiche Ideen und Projekte, die zeigen, wie Städte klimaresilienter und gleichzeitig lebenswerter gestaltet werden können.
Von der grauen Stadt zur klimaangepassten Stadt
Andere Städte gehen bereits neue Wege. Straßenräume werden umgestaltet, versiegelte Flächen zurückgebaut, Grünflächen geschaffen und Wasser wird nicht mehr möglichst schnell über die Kanalisation abgeführt, sondern in der Stadt zurückgehalten.
Die Beispiele reichen von begrünten Fassaden und Dächern über klimaangepasste Park- und Freiflächen bis hin zu Konzepten, bei denen Regenwasser gesammelt, gespeichert und für die Bewässerung von Grünflächen genutzt wird.
Besonders interessant sind dabei Lösungen nach dem Schwammstadt-Prinzip: Regenwasser soll möglichst dort aufgenommen, gespeichert und genutzt werden, wo es anfällt. Das entlastet bei Starkregen die Kanalisation und steht gleichzeitig in trockenen und heißen Perioden für Pflanzen und Grünflächen zur Verfügung.
Platz für Grün statt Asphalt
Ein weiteres Beispiel der Ausstellung sind die „Asphaltknacker*innen“. Die Initiative zeigt, wie versiegelte Straßen- und Platzflächen aufgebrochen und in grüne, lebendige Bereiche verwandelt werden können.
Solche Projekte machen deutlich, dass Klimaanpassung nicht ausschließlich eine technische Aufgabe ist. Es geht auch um die Frage, wie wir unseren öffentlichen Raum nutzen und gestalten wollen.
Mehr Bäume und Pflanzen bedeuten Schatten und Verdunstungskühle. Offene Böden können Regenwasser aufnehmen. Begrünte Flächen schaffen Lebensräume und können gleichzeitig Aufenthaltsqualität und Gesundheit verbessern.
Auch bei uns muss sich etwas verändern
Die Beispiele aus der Ausstellung zeigen, dass viele Lösungen längst vorhanden sind. Die Herausforderung besteht darin, sie konsequent umzusetzen und bei der Planung von Städten mitzudenken.
Auch wir müssen endlich handeln und unseren Stadtraum nach dem Schwammstadt-Prinzip weiterentwickeln.
Jede bauliche Maßnahme sollte deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Klimaresilienz betrachtet werden:
Wie viel Fläche wird versiegelt? Wo kann Wasser versickern? Wo entstehen Schatten und Grün? Wie können Bäume und Pflanzen dauerhaft mit ausreichend Wasser versorgt werden? Und wie schaffen wir öffentliche Räume, die auch bei zunehmender Hitze für Menschen attraktiv und nutzbar bleiben?
Die Ausstellung „Too Hot“ macht Mut, weil sie zeigt: Es gibt bereits zahlreiche konkrete Beispiele und nachahmenswerte Lösungen. Jetzt kommt es darauf an, diese Erkenntnisse auch vor Ort aufzugreifen und umzusetzen.
Klimaanpassung beginnt nicht erst morgen – sie beginnt bei den Entscheidungen, die wir heute über unsere Städte treffen.
Too Hot – Heiße Städte, neue Wege“ läuft noch bis zum 7. Februar 2027. Mehr Informationen hier:





