Die beiden großen Parteien im Ingelheimer Rathaus haben offenbar das Sparen neu entdeckt. Nachdem man bei den beiden Großbauprojekten rund um den Neuen Markt sehr großzügig mit dem Geldausgeben war, soll nun an den Toren des neuen Feuerwehrhauses gespart werden. Sicherlich sind 500.000 Euro Mehrkosten ein großer Batzen Geld, aber die erhöhte Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und der Feuerwehrleute sollte uns das allemal wert sein. Fachleute, die täglich damit zu tun haben, d.h. im Brandfall die Tore bedienen müssen, sprechen sich eindeutig für die Stahlfalttore anstelle Sektionaltore aus, auf die man sich anscheinend verständigt hat. In Mainz und anderswo wurden, trotz klammer Kassen, Stahlfalttore verbaut. Sie zeichnen sich gegenüber ihren preisgünstigeren Konkurrenten durch eine statistisch annähernd doppelt so lange Lebensdauer aus. Sie sind im Brandfall schneller zu öffnen. Vor allem aber: Kommt es einmal zu einer Störung, müssen Sektionaltore manuell geöffnet werden, was einen Zeitverlust von bis zu zwei Minuten bedingt.
Den Einbau der billigeren Variante „Alu-Sektionaltore“ jetzt zu befürworten, erscheint der FWG besonders fragwürdig, weil die Ingelheimer Feuerwehr zukünftig ein deutlich größeres Gebiet zu bedienen haben wird. Auch ist ein Szenario vorstellbar, in dem die Unterstützung der Feuerwehr der Firma Boehringer nicht selbstverständlich ist. Alle diese Aspekte sollten bei der Kostenabwägung mitberücksichtigt werden.
In Ingelheim wird an anderer Stelle, wie am Neuen Markt jetzt zu sehen ist, das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Bei einer Sicherheitsfrage zu sparen, die im äußersten Fall Leben retten kann, erscheint der Freien Wähler Gruppe (FWG) widersinnig. Sie fordert eine entsprechende Entscheidung des Stadtrats.