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Anfrage der Fraktionsgemeinschaft FWG und BLH zum Hallenbad, Teil Zwei

1. April 2021

Stadtverwaltung Ingelheim

Oberbürgermeister Ralf Claus

Bürgermeisterin Eveline Breyer

Sehr geehrter Herr Claus, sehr geehrte Frau Breyer, dieser zweite Fragenkatalog ist die Ergänzung zu dem am 12. Februar 2021 eingereichten. Wir bedanken wir uns im Voraus für eine kurzfristige Beantwortung beider Anfragen.

Für die bereits gewünschte Gegenüberstellung der Erweiterung der Rheinwelle und des Baus eines neuen Hallenbades auf dem Gelände im Blumengarten sollen folgende Fragen beantwortet bzw. Aspekte verglichen werden:

Kapazität / Gesundheit
Vergleich der entstehenden zusätzlichen Wasserflächen unter Berücksichtigung der angemeldeten aktuellen Bedarfe der Ingelheimer und Binger Vereine  (Rheinwelle = 6 x 25 m-Becken, neues Hallenbad = 8 x 50m Becken)

Welcher allgemeine Bedarf in den wachsenden Gemeinden Ingelheim, Bingen und Gau-Algesheim (VG Gau-Algesheim) wurde ermittelt und berücksichtigt?
Welche Nutzungsfenster (Tage und Uhrzeiten) wurden bei den Bedarfen zugrundegelegt? (Bestimmte Nutzungen sind an bestimmte Tage und Uhrzeiten   gebunden und nicht jederzeit, z.B. frühmorgens, spätabends oder am Wochenende möglich.)
Bisherige Angaben* legen den Schluss nahe, dass der Nettozugewinn nur eine 25m-Bahn für Ingelheimer Schwimmer*innen beträgt. Falls dies nicht zutrifft, wie viele Bahnen würden rein rechnerisch Ingelheim zukommen?
Inwieweit gibt es Überlegungen aufgrund der weiterhin anhaltenden Engpässe, auch mit einer erweiterten Rheinwelle, ein weiteres Sporthallenbad in Ingelheim zu errichten?
Wie wird die Daseinsvorsorge für den Volkssport Nr. 1 - Schwimmen -, das in all seinen Formen in jedem Alter betrieben wird, langfristig in Ingelheim gesichert?

Ausstattung
Welche Wassertiefe wird angenommen?
Inwieweit wären die neuen Becken für die Ausbildung von Tauchern, Rettungsschwimmern und Turmspringern geeignet?
Wie ist die Größe der Sammelumkleiden dimensioniert? (Die bisherigen Sammelumkleiden in der Rheinwelle sind für den Schulbetrieb und gleichzeitigem Schwimmunterricht verschiedener Klassenstufen viel zu klein.)
Inwieweit wurde bei der Planung des Rheinwellenanbaus Barrierefreiheit für bewegungseingeschränkte Menschen vor allem bei den o.g. Punkten, berücksichtigt? (Derzeit gibt es dort keine Barrierefreiheit.)

Wirtschaftlichkeit

Mit der räumlichen Nähe an der Rheinwelle werden Synergie-Effekte zwar vermutet, aber sie sind bei genauerer Betrachtung* nicht signifikant und belastbar. Das Argument ist also kaum entscheidungsrelevant.

Welche Synergie-Effekte gibt es in einem möglichen Sportpark in Bezug auf Räumlichkeiten wie Umkleiden, Duschen, Gaststättenbetrieb, Parkraum und technische Versorgung?
Um welchen Betrag würden sich die Baukosten eines Rheinwellenanbaus erhöhen, wenn
ausreichend dimensionierte sanitäre Anlagen eingeplant würden?
der für die Ausbildung dringend erforderliche Tiefwasserbereich eingeplant wird?
der Materialraum gemäß dem von den Schulen und Vereinen gewünschten Kapazitäten gebaut wird?
der Anbau auch für die Bedürfnisse der Mitbürger mit Bewegungseinschränkungen geplant wird?
Welcher touristische und wirtschaftliche Mehrwert ist bei einem Schwimmbad im Zentrum Ingelheims zu erwarten? (Spätestens nach der Pandemie werden gesundheitsrelevante Einrichtungen und Anziehungspunkte wie Sportanlagen, Arztpraxen, etc. gerade im geographischen Zentrum Ingelheims wieder an Stellenwert gewinnen.)
Sind bei der Kostenkalkulation des Sportbades am Blumengarten Angebote deutlich günstigerer holländischer Projektentwickler eingeholt und geprüft worden? (Sie werden mittlerweile aus Kostengründen in weiten Teilen Deutschlands bevorzugt zum Schwimmbadneubau angefragt.)

Verkehrsanbindung/ Parken
Wie sind beide Bäder vergleichsweise zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen? (Der Blumengarten ist vom Ingelheimer Bahnhof, der auch Busknotenpunkt ist, 10 Fußminuten entfernt. (Freizeit-)Sportler aus der Region könnten dadurch das Bad mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreichen.)
Wie viel Parkfläche (ggfs. zusätzliche Parkfläche) wäre an beiden Standorten erforderlich und wie würde sie geschaffen werden? (Schon heute reichen die Parkflächen bei Hochbetrieb in der Rheinwelle nicht aus und die Besucher parken an den Rändern der Landstraße.)
Wo werden künftig die Heidesheimer und Wackernheimer Grundschulkinder schwimmen lernen? (Weiterhin im immer noch näher liegenden Budenheim, da die Rheinwelle zu weit entfernt ist?)

Ökologie/ Nachhaltigkeit
Welche Vorgaben macht der Naturschutz bei einer Rheinwellenerweiterung?
Welche ökologischen Aspekte sprechen für einen Erweiterungsbau in der Gemarkung zwischen Bingen/Gau-Algesheim und Ingelheim statt zentrumsnah in der Ingelheimer Mitte, die für die neuen Stadtteile, die ein Drittel der Ingelheimer Bevölkerung darstellen, besser erreichbar ist?
Wie viele jährlich zusätzlich zu fahrenden Kilometer zur Rheinwelle sind für die Ingelheimer anzunehmen im Vergleich zur Ansiedlung am Blumengarten?
Wie passt das ins Konzept einer CO2-freien Stadt?

Stadtentwicklung
Welchen Nutzen bringen beide Standorte vergleichsweise für die Ingelheimer Stadtentwicklung?
Welchen Stellenwert wird ein Sportpark ohne Hallenbad haben?
In welchem Verhältnis stehen Kosten und Nutzen bei der Stadtentwicklung Ingelheim 2040+? (Der Klimawandel wird unserem Reise- und Ausflugsverhalten Grenzen setzen. Daher müssen unsere Freizeit- und Naherholungsangebote attraktiver gestaltet werden. Dazu zählen Sport- und Bewegungsangebote, die für zunehmende Frequenz aus der eigenen Bürgerschaft und Besucher*innen aus der Region ausreichend dimensioniert sind. Daher müssen wir schon heute in allen Bereichen größer denken.)

Planung und Erschließung
Welche Aus-/Zusagen gibt es von der Stadt und der VG Gau-Algesheim zu einem möglichen Erweiterungsvorhaben an der Rheinwelle?
Welche Planungs- und baurechtlichen Hürden sind in beiden Fällen zu nehmen?
Wie müssen die Flächennutzungs- und welche Bebauungspläne jeweils geändert/aufgestellt werden?
Wie lange würden diese Änderungen dauern?

Fördermöglichkeiten
Welche schriftlichen Zusagen/Stellungnahmen liegen von Land und Kreis für die Förderung der Bäder vor?
In welcher Höhe?
Wie hoch wären die für Ingelheim verbleibenden Kosten?
Wie hoch wären die zusätzlichen Kosten im Falle einer Nachplanung der oben aufgezeigten derzeitigen Planungsdefizite?
Wurde auch der Bund wegen Förderung angeschrieben? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Wir bitten darüber hinaus alle betroffenen Vereine in einer Sitzung des Sportausschusses und/oder Haupt- und Finanzausschusses anzuhören sowie um eine Anhörung von Experten wie z.B. Prof. Dr. Lutz Thieme und Anselm Oelschlägel (Präsident des Süddeutschen Schwimmverbands). Weiterhin bitten wir um eine breite Bürgerbeteiligung, denn dieses Thema beschäftigt nicht nur Vereine, sondern auch eine Vielzahl von Freizeitschwimmer:innen.
Mit freundlichen Grüßen
Sybille Vogt